Auf dem Havelradweg von Spandau nach Zehdenick

Eine Etappe auf dem Havelradweg! Von Spandau nach Zehdenick.

ca. 70 km bei sonnigem warmen Wetter.

Route:  Spandau – Henningsdorf – Oranienburg – Liebenwalde – Zehdenick

volle Distanz: 69.77 km
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Havelradweglogo

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Am Samstag konnte ich endlich den neuen zerstörten Mantel ersetzen. Dazu kam eine für unsere derzeitigen Wetterverhältnisse überaus erfreuliche Prognose des sonntäglichen Wetters.

Also nischt wie raus zum …

Nee, Pustekuchen. Nicht zum Wannsee, sondern auf den Havelradweg Richtung Quelle. Los ging es an der Eiswerderstrasse in Spandau. Der Vorteil, wenn man direkt am Fernradweg wohnt. An der Rauchstrasse kam dann der Radweg Berlin-Kopenhagen dazu. Sie sind zumindest bis Zehdenick, meinem auserkorenen Ziel, identisch. Es ging vorbei am Jagdhaus Spandau an der Bürgerablage. Es ist jetzt so gegen elf und der Biergarten füllt sich. Ich würde mich ja auch gerne in die Sonne fläzen, aber ich habe ja noch was vor. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Gelegenheit und Zeitplan miteinander vereinbar sind.

Ab Henningsdorf ist die Strecke für mich Neuland. Für die Vorbereitung der Tour, bzw. für den Havelradweg an sich, habe ich den Radtourenführer ‚Havelradweg‘ von Axel von Blumberg aus dem ‚grünes herz‘ – Verlag benutzt. Er ist angenehm in der Handhabung und sehr genau. Nur Birkenwerder hatte eine andere Vorstellung davon, wie sie mich durch ihr schönes Örtlein schicken. Aber es war nicht unangenehm zu fahren. Es ging durch ruhige Strassen mit schönen Gärten, und dank der Knotenpunktweisung des Landkreises Oberhavel kann man immer auf den rechten Pfad zurückfinden.

Nach Oranienburg war dann auch Wasser wieder häufiger zu sehen. Vorbei am Lehnitzsee und entlang dem Oder-Havel-Kanal. Ab Grabowsee dann mehr oder weniger schnurgerade durch den Wald bis Liebenwalde. Auf diesem Streckenabschnitt hatte ich wieder Zeit, mir Gedanken über nicht vorhandene Rastbänke zu machen. Waren am Oder-Havel-Kanal noch vereinzelt Bänke zu finden, die in der Regel auch sehr frequentiert waren, fehlten solche auf dem angegebenen Abschnitt vo etwa 12 km vollständig. Da ich unbedingt mal für einen Moment vom Rad musste, blieb mir nur so ein blöder Grenzstein als Sitzplatz übrig. Er hatte aber wenigstens die richtige Höhe und lag in der Sonne.

In Liebenwalde habe ich dann wieder eine vorbildliche Ausschilderung erlebt. An der Zugbrücke beginnt der ‚Lange Trödel‘ oder profan ausgedrückt: der Finowkanal. Es gibt auch einen Radweg, der den Langen Trödel bzw. Finowkanal bis zur Oder begleitet. Dieser ‚Oder-Havel-Radweg‘ steht auch noch auf meiner ToDo-Liste. Nach einer etwas längeren Pause mache ich mich wieder auf den Weg. Ab Schleuse Bischoffswerder begann der für mich schönste Abschnitt dieser Tour. Bis Zehdenick immer direkt am Vosskanal entlang. Aber das Beste ist, auf der anderen Seite, also linker Hand, begleitet einen die ‚Schnelle Havel‘. Sie blitzt und blinkt in der Nachmittagssonne und zeigt sich von ihrer besten Seite. Hier erwische ich sogar einen Schwarzmilan.

Als ich dann endlich den Bahnhof von Zehdenick erreichte, musste ich feststellen, dass ich den Zug verpasst habe. Die NEB Niederbarnimer Eisenbahn war super pünktlich. Dafür kamen dann andere Fahrradfahrer an den nächsten Stationen nicht mehr mit. Obwohl man im Ausflugsverkehr und bei einem Ein-Stundentakt mehr Kulanz und Improvisation erwartet hätte, stand eines unverrückbar fest. Das Fahrradabteil ist voll  =>  „Du kommst hier nicht rein!“ Da hab ich im RE3 und RE5 schon ganz andere Sachen erlebt.

  * Ein Hinweis für die Macher von Fahrradkarten und – Führern. Wenn auf der Karte oder dem Radreiseführer Knotenpunktsysteme mehrerer Landkreise dargestellt werden, sollte man diese vielleicht auch grafisch unterscheiden können, so dass der Kartenbenutzer auf den ersten Blick weiss, in welchem System er sich gerade befindet.
 Sonntag, 30.04.2017
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